+++ Herzlich Willkommen in der Berg- und Schieferstadt Lehesten / Thür. Wald +++

Röttersdorf ist ein typisches Straßendorf, das ehemals von der Landwirtschaft und der Arbeit im nahen Schieferbruch “Kühler Morgen” lebte. Durch Röttersdorf führt heute die “Thüringisch - Fränkische Schieferstraße.

Nördlich des Wetzsteines erstreckt sich ein breiter geschützter Hang. Inmitten der großen Lichtung liegt das Dorf. Wiesen und Felder fügen sich nach außen hin an und der Wald umschließt die gesamte Flur. Das Dorf steigt ziemlich steil an und hat reichen Baumwuchs. Im Sommer verdecken die dichten Kronen stellenweise die schieferbeschlagenen Häuser mit ihren dunklen Dächern. Röttersdorf hat rund 210 Einwohner. Die Gegend um Lehesten gehört zu den ältesten Schieferbergbauregionen.

Auch in Röttersdorf gab es verschiedene Brüche. Der Schieferbruch „Kühler Morgen" war hier der Bedeutenste. Er war seit 1870 in Betrieb. 1910 wurden bei fast 80 Personen Belegschaft jährlich 147 Tonnen Dachschiefer in altdeutschen Formen und Schablonen hergestellt. Später kam noch der Wachtersbruch hinzu. Der Schiefer bedeutete für die Einwohner nicht nur schützendes Dach, sondern für einen Teil auch das tägliche Brot, welches sie so verdienten.

 

Als der Schiefer als Erwerbsquelle in das Leben des Dorfes trat, erhielt das Dorf nicht nur von außen Zuzug. Neben der Arbeit in den Brüchen entstand das Handwerk der Schieferdecker, die von hier aus in zahlreiche Städte Deutschlands und Österreichs zogen. Im Sommer arbeiteten Schieferdecker, Maurer und Zimmerleute auswärts.

Mitte des 18. Jahrhunderts entstand die Heimindustrie des Tafelmacherns. Im Winter wurden in zahlreichen Häusern Schiefertafeln gefertigt, was allerdings nur einen sehr geringen Verdienst einbrachte. Heute sind die Tagebaugruben Trinkwasserreservoire, in welchem sich das Wasser azurblau im Sonnenlicht spiegelt.
Röttersdorf wird nach „Brückners Landeskunde" erstmalig 1509 urkundlich genannt.


Der Ort ist ein deutsches Gelängedorf. Auf die deutsche Besiedlung weisen noch heute die nach fränkischer Siedlungsart meist offenen Höfe hin. Es war ursprünglich ein reines Bauerndorf. Hier bauten die Bauern früher auch Flachs an. An die weitere Verarbeitung erinnern die hinter verschiedenen Gehöften gelegenen Teiche, bezeichnet als „Ries". Röttersdorf gehörte früher zum Fürstentum Reuß jüngere Linie und kirchlich zu Ossla, wohin anfangs die Kinder auch zur Schule gingen.

Eine Spezialität des Ortes waren die Krammettsvögel oder Wachholderdrosseln, die im Winter in Schwärmen in die Früchte der Ebereschen einfallen. Die Einwohner von Röttersdorf arbeiten meist in den umliegenden Orten und Städtchen, ein ganzer Teil auch im benachbarten Bayern. Früher kamen die Bayern hierher zur Arbeit in die Brüche, heute ist es umgekehrt.


Der Spitzname der Röttersdorfer ist „Beerwanzen". Sind die Heidelbeeren reif, so werden diese noch heute gesammelt und dann gibt es mittags „Zutel und Schwarze Beer".

Den Einwohnern sagt man nach, sie seien anfangs gegenüber Fremden eher vorsichtig und zurückhaltend, hat man jedoch ihr Vertrauen, so spürt man eine warme Herzlichkeit.